Der schöne Schein kann dunkle Schatten werfen

23. Jun 2016

Es wäre ja auch zu schön: Das Designershirt für ein paar Euro, die angesagten Sportschuhe als Mega Schnäppchen und das rezeptpflichtige Marken-Potenzmittel heimlich, still und spottbillig im diskreten Paket aus Fernost. Dass das so nicht gehen, vor allem nicht gut gehen kann, zeigt vom 07. bis 16. Juli eine Ausstellung des Aktionskreises gegen Produkt- und Markenpiraterie (APM) und der MEC METRO-ECE Centermanagement im Elisen Park Greifswald. „Schöner Schein. Dunkler Schatten.“ informiert über die unterschiedlichsten Folgen von Markenpiraterie. Und die können sogar tödlich sein.

Die Wanderausstellung präsentiert Originalprodukte und deren täuschend echte Kopie. „Das Potenzmittel war gefälscht. Echt waren nur die Nebenwirkungen.“ Über dieser Aussage sieht man zwei nackte Füße, die unter einem Tuch hervorragen. Am linken Fuß hängt ein Zettel, der die Todesursache als unbekannt angibt. Das Plakat der Wanderausstellung zeigt eindringlich, welche bösen Konsequenzen und Nebenwirkungen der vermeintlich harmlose Kauf eines gefälschten Produkts haben kann. Gesundheitliche Schäden sind nur eine der vielen Gefahren.

Fälschung kann mit dem Original nicht mithalten
„Gefälschte Produkte halten nicht, was sie versprechen, denn ihre Qualität kann mit dem Original im Regelfall nicht mithalten. Viele Fälschungen entsprechen nicht einmal den gesetzlichen Mindestanforderungen an die Sicherheit und die gesundheitliche Unbedenklichkeit für den Verbraucher“, warnt Volker Bartels, Vorstandsvorsitzender des APM. Die Ausstellung vergleicht Originalprodukte mit deren Kopien, die mitt-lerweile täuschend echt erscheinen. Das Piratenprodukt profitiert dabei vom guten Ruf des Originalherstellers. „Der Preis eines Originalprodukts beinhaltet auch erhebliche Entwicklungskosten, die investiert werden müssen, um die Qualität und die Verwendungssicherheit der Produkte zu gewährleisten“, erklärt Volker Bartels. „Den Fälschern kommt es hingegen auf den ersten äußeren Schein an. Sollte sich ihr Produkt später als mangelhaft erweisen, sind sie längst nicht mehr für den Käufer greifbar.“ Betroffen sind dabei längst nicht mehr nur Luxusuhren oder Handtaschen, sondern auch Medikamente, Genussmittel und technische Geräte.

50 Milliarden Euro Schaden jedes Jahr
Die Wirtschaft leidet erheblich unter den gefälschten Produkten. Das Bundeswirtschaftsministerium schätzt den hierdurch entstehenden Schaden auf bis zu 50 Milliarden Euro jährlich – allein in Deutschland. Die zunehmenden Aktivitäten der Piraten gefährdeten langfristig die bestehenden Arbeitsplätze.

Der Aktionskreis gegen Produkt- und Markenpiraterie e.V. (APM) setzt sich als branchenübergreifender Verband für den Schutz geistigen Ei-gentums ein. APM ist eine Gemeinschaftsinitiative des Deutschen- Industrie- und Handelskammertages (DIHK), des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) und des Markenverbandes. Im APM engagieren sich namhafte Unternehmen aus verschiedensten Branchen, so auch die MEC METRO-ECE Centermanagement, Betreiberin des Elisen Parks.